Stillung der Gedanken

"Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn da ein Mann eilig dahinschritte und es käme ihm der Gedanke 'Was schreite ich denn so eilig dahin? Ich will etwas langsamer gehn', und er ginge langsamer und es käme ihm der Gedanke 'Doch warum geh' ich überhaupt? Ich will nun stehen bleiben', und er bliebe stehen und es käme ihm der Gedanke 'Aber weshalb steh' ich? Ich werde mich setzen', und er setzte sich nieder und es käme ihm der Gedanke 'Warum sollt' ich nur sitzen? Ich will mich da hinlegen', und er legte sich hin; und so hätte dieser Mann, ihr Mönche, die gröberen Bewegungen eingestellt und sich den feineren hingegeben: ebenso nun auch, ihr Mönche, soll ein Mönch, wenn ihm trotz seiner Verachtung und Verwerfung jener Erwägungen noch böse, unwürdige Erwägungen aufsteigen, Bilder der Gier, des Hasses und der Verblendung, jene Erwägungen der Reihe nach einzeln eingehen lassen. Während er jene Erwägungen der Reihe nach einzeln eingehen lässt, schwinden die bösen, unwürdigen Erwägungen, die Bilder der Gier, des Hasses und der Verblendung, lösen sich auf; und weil es sie überwunden hat, festigt sich eben das innige Herz, beruhigt sich, wird einig und stark.

Majjhima Nikaya, Mittlere Sammlung: M. 20. (II,10) Vitakkasanthána Sutta, Stillung der Gedanken