DIALOG der RELIGIONEN
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INTERRELIGIÖSE BEGEGNUNG
Oh
glücklich, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
J. W.
Goethe
Das 21. Jahrhundert, das Phänomene wie Globalisierung, Migration, Klimawandel, E-commerce, Bildungsnotstand, Finanzkrise, Rohstoffkrise, Vertrauenskrise und Weltethos zu Kernbegriffen einer neuen Weltsicht gemacht hat, lässt noch deutlicher, als je zuvor zu Tage treten, dass es nur eine Menschheitsfamilie auf diesem sonnenbeschienenen Erdenrund gibt.
So, wie ein langsames Erwachen Platz greift, dass Menschen und Mitwelt ein untrennbares Ganzes bilden und es selbstschädigend ist, sich die Erde durch Versklavung und Vernichtung ,untertan’ zu machen, so beginnt auch langsam die Erkenntnis zu dämmern, dass Unterdrückung und Ausbeutung; Verletzung und Tötung von Menschen durch Menschen kein Spiel ist, das einen Gewinner kennt.
Jeder Tag, der zum
Loslassen von irrigen Vorstellungen, Habgier und Hass führt und uns überkommene
Rezepte aufgeben lässt, mit denen wir den eigenen Nutzen durch die Schädigung
anderer zu erreichen wähnen, ist ein gewonnener Tag, ist ein Tag der
Verwirklichung des Wahren Menschen (真正的人)
So unterschiedlich die Religionen der Welt auch sein mögen, so beziehen sie doch alle das belebende und erfrischende Wasser, das den verstrickten Menschen auf den befreienden Weg zur Wahrheit führt, aus der Quelle des letztlich Überbegrifflichen und Unbegreiflichen. Ihr Durst nach Name und Form bringt ihnen Trennung und Verwirrung.
Wer bereit
ist, diese quasi zu eigenem Fleisch und Blut gewordenen Schöpfungen loszulassen,
kann dem wahren, ungeteilten Menschsein am besten dienen.
Das schafft Raum für Begegnung der Menschen der einen Familie. Das schafft einen Schulterschluss zum gemeinsamen Wahrnehmen und Leben von Verantwortung.
Der Interreligiöse Dialog, der auch zugleich ein interkultureller Dialog und ein Dialog der Geschlechter ist, kann den Prozess des Erkennens, der Übung und Verwirklichung des Weges zum Wahren Menschen fruchtbar begleiten. Es kann dies nur ein Weg sein, der von Verständnis, Unterstützung, Freundschaft, Zusammenarbeit und Mitfreude gekennzeichnet ist.
Mitglieder der
Buddhistischen Gemeinschaft Salzburg engagieren sich seit drei Jahrzehnten für
das Zustandekommen von interreligiösen Begegnungen und pflegen den
interreligiösen Dialog im Bewusstsein seiner unverzichtbaren Bedeutung für die
Schaffung und Bewahrung von menschenwürdigen und heilsamen
Lebensumständen
für die kommenden Generationen.
Wir sind uns bewusst, wie schwierig, aber auch lohnend, wie konfliktreich, aber auch verbindend, wie fordernd aber auch förderlich dieser Dialog ist und sein wird. Auch ist er in den eigenen Reihen keinesfalls unumstritten oder frei von skeptischer Hinterfragung.
In zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen in Stadt und Land Salzburg, in größeren Arbeitskreisen gemeinsam mit Christen, Muslimen, Juden, Baha'i, Hindus und Sikhs, aber auch im kleinen Rahmen des Buddhistischen Zentrums, in katholischen Pfarrgemeinden, Synagogen, Moscheen und Versammlungsräumen des Landes haben sich Buddhistinnen und Buddhisten um das Verstehen und Verstandenwerden bemüht, das uns zu vertrauensvollen Brüdern und Schwestern macht, die gemeinsam Verantwortung tragen können für die gesamte Familie in schwieriger Zeit.
Nicht zuletzt bei den Jubiläumsfeiern „30 Jahre Buddhismus in Salzburg“ haben uns Freunde aus anderen religiösen Gemeinschaften mit engagierten und persönlichen Grußworten begleitet.
Kommende und aktuelle Veranstaltungen
2010
Arbeitskreis für Interreligiösen Dialog der Buddhistischen Gemeinschaft Salzburg
Veranstaltungen und Termine in letzter Zeit
(in absteigender Chronologie)
2010
2009
Am 25. November 2009 war wieder ein Treffen der Salzburger Buddhistinnen und Buddhisten mit der "Diözesankommission für den interkulturellen und inter-religiösen Dialog" anberaumt. Wie schon 2007 trachtete man auch diesmal danach, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Im Spannungsfeld zwischen Religionspluralismus und Apologetik mussten viele Fragen natürlich offen bleiben, wie auch die Impulsreferate zu "Gautama und Jesus" bzw. "Buddha und Christus" zeigten. Man kam überein, dass insbesondere auf dem Gebiet eines ökologischen, humanitären und sozialen Engagements Möglichkeiten der Kooperation geprüft werden sollten. Auch eine gemeinsame Initiative zur Errichtung eines Denkmals der Religionen im öffentlichen Raum zur Anhebung des Bewusstseins über die Bedeutsamkeit des interkulturellen und interreligiösen Dialogs wurde angesprochen. Weitere fruchtbare Begegnungen für die absehbare Zukunft sind geplant.
Am 16. November 2009 gab es wieder ein "Friedensgebet der Religionen", diesmal in der Universitätskirche. Die feierliche, aber auch freundschaftliche Atmosphäre, die sich im Lauf der Jahre des gemeinsamen Gebets herausgebildet hat, ist eine wertvolle Frucht eines kontinuierlichen und verständnisfördernden Dialogprozesses. - Engagierte Gespräche bei der anschließenden Agape rundeten den Abend ab.
Am 11. September 2009
fand im neu gegründeten "Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen"
in Bad Reichenhall (Rosengasse 8) eine von der buddhistischen Begegnungsstätte
"ShinDo" initiierte Veranstaltung zum Thema
„Religionen im Alltag heute – bedeutungslos?“ statt.
Das Eröffnungsreferat von Prof. Frühmann widmete sich der grundlegenden Betrachtung des Religiösen, der dahingehenden menschlichen Sehnsucht und die unterschiedlichen Formen. Er referierte die klassisch gewordene Definition von Rudolf Otto vom religiösen Erleben als dem ehrfürchtigen Erschauern (mysterium tremendum) und dem seligen Entzücken (mysterium fascinosum) angesichts des ganz Anderen, und schließlich die erhabene Verehrung (mysterium augustum), die den verbindlich praktizierenden und damit dem Absoluten verbundenen Menschen kennzeichnet und bewegt. Mag. Krammer ergänzte noch einige Aspekte, die zu einer klaren Sicht der gegenwärtigen Situation beitragen sollten, wie das kaum oder verspätete Wahrnehmen, dass wir uns am Beginn des 21. Jahrhunderts bereits in einer ziemlich entwickelten Phase des Religionspluralismus befinden. Weiters, dass sich innerhalb der Religionsgemeinschaften ein äußerst heterogenes Spektrum von teilweise sehr orthodox bis fundamentalistisch eingestellten Gläubigen einerseits und liberal und sozial eingestellten, ernsthaft Praktizierenden andererseits herausgebildet hätte. Die ganz überwiegende Mehrheit allerdings, so die schwedische Theologin Ahlstrand in ihrer zitierten Untersuchung, wären Menschen, die rein den äußerlichen Traditionen anhängen, ohne dass die religiösen .und damit ethischen Grundsätze auf die Gestaltung des Alltags irgend einen Einfluss hätten. Diese Auftaktveranstaltung für eine monatlich geplante Serie von Abenden zum Dialog der Religionen mit Beiträgen aus buddhistischer Sicht hat eine große Anzahl von Themen und Fragen aufgeworfen, die in den nächsten Monaten einer eingehenderen Betrachtung zugeführt werden sollen.
Weitere Veranstaltungen 2009/2010:
SOMMERPAUSE

Vom 11.
bis 15. Juni 2009 fand in St.
Ottilien, Bayern die achte Konferenz des
"European Network of
Buddhist-Christian Studies" statt. Das Thema der Konferenz 2009 war:
"Authority in Buddhism and Christianity". Zahlreiche herausragende
Vortragende boten in ihren Referaten grundlegende und spezifische
Aspekte zu den Themen:
The Crisis of Authority in Modernity and Postmodernity
(Rita Gross, Kajsa Ahlstrand);
Spiritual Authority (Shenpen Hookham, Karl Baier);
Scriptural Authority (Shi Zhiru, Reinhold Bernhard);
Institutional Authority (Dhammananda Bhikkhuni, Terrence Merrigan);
Political Authority (Michael von Brück, Panel of Buddhists)
| Am 4. Juni 2009 veranstalteten Schüler der Schule MultiAugustinum in St. Margarethen eine sehr gelungene Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der Religionen. Die sehr gut vorbereitete Veranstaltung, bei der auch die Salzburger Buddhisten eingeladen waren, fand ihren Höhepunkt in den sehr interessierten Fragen zahlreicher Schüler an die ReferentInnen. |
2008
Wir gratulieren dem im Interreligiösen Dialog äußerst verdienstvollen
Dr. Josef Erbler zur Verleihung (18.12.2008) des
Verdienstorden der Heiligen Rupert und
Virgil der Erzdiözese Salzburg
Wir
gratulieren zum Jubiläum "50 Jahre Geistiger Rat der Bahá’í in Salzburg"
Auf Einladung der Freunde von der Baha'i Gemeinde in Salzburg, nahm ein Vertreter der Buddhistischen Gemeinschaft Salzburg an dieser sehr stimmungsvollen Feier im Kulturzentrum Gnigl am 12.12.2008 teil. Zeitgleich gedachte man auch des 60. Jahrestages der Verkündung der Menschenrechte. Auch Bürgermeister Dr. Schaden fand in seiner Festrede Worte der großen Wertschätzung für die Tätigkeit der Baha'i in der Landeshauptstadt. Freundschaftliche interreligiöse Gespräche beschlossen den Abend.
Das Friedensgebet der Weltreligionen in
Salzburg
fand wieder am 25.11.2008 in der
Universitätskirche statt. Anschließend ein Austausch unter freunden bei
einer Agape im Afro-Asiatischen Institut in der Wr.-Philkharmoniker-G.
2
RELIGION im europäischen Jahr der Chancengleichheit 2008
2007
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Am
Mittwoch, 21. November 2007 fand im |
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| Gebete und Beiträge zu einem gedeihlichen Miteinander in friedlicher Gesinnung von Vertreterinnen und Vertretern des Judentums, des Christentums, des Islam, der Bahai und des Buddhismus prägten den offiziellen Teil der Veranstaltung. |
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Beim anschließenden Tee kam es unter den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern trotz des dafür viel zu kleinen Raumes zu freundschaftlichen und lebendigen Unterhaltungen. | |
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Mögen
alle Wesen glücklich sein! |
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Am Samstag, 14. Juli waren die Salzburger Buddhisten zu Gast bei Freunden im Mandir der Hindu Religion.

Am Mittwoch 11. Juli fand auf Einladung der Erzbischöflichen Kommission für den Dialog (EKID) ein Informations- und Meinungsaustauschwaren im buddhistisch-katholischen Dialog statt.

Vom 8. - 11. Juni 2007 fand in Salzburg, St. Virgil eine Konferenz des "European Network of Buddhist-Christian Studies" statt. Das Thema der Konferenz 2007 war: "Buddhist Attitudes to Other Religions"
Schmidt-Leukel, Perry (ed.)
Buddhist Attitudes to Other Religions.
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Last update: 2010-4-26
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